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Gespräch mit Pfarrer Kossen

Heute traf ich mich in Lengerich mit Pfarrer Peter Kossen. Er ist Mitbegründer des Vereins "Aktion Würde und Gerechtigkeit". Er berichtete mir von den schrecklichen Bedingungen für Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten in der Fleischindustrie.

Sein Verein setzt sich für die Verbesserung der dortigen Arbeitsbedingungen ein und unterstützt Betroffene bei arbeitsrechtlichen Prozessen gegen ihre Arbeitgeber. Denn die Bedingungen unter denen in einem großen Teil der Betriebe gearbeitet werden muss, trotzen jeder Vorstellung.

Menschen müssen auf engstem Raum zu horrenden Mieten leben. In vielen Zimmern schimmelt es. Die finanzielle Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter wird schamlos ausgenutzt um Profit zu machen!
Sie müssen in Schichten von bis zu 12 Stunden am Tag unter absolut unverantwortlichem Leistungsdruck arbeiten. Das erste und manchmal einzige deutsche Wort, das alle lernen: "schneller!"
Und es sind nicht nur die Arbeiterinnen und Arbeiter, die unter dieser Situation leiden, sondern oft auch ihre Kinder!

Doch die Bundesregierung ignoriert dieses Problem völlig! Anfragen unserer Fraktion haben ergeben, dass sie nicht mal wirklich über das Ausmaß dieses massiven Problems Bescheid zu wissen scheint!

 Hier müssen wir Abgeordnete dringend helfen:
➡ Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten dürfen auf keinen Fall weiterhin wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden.
➡ Es braucht eine Verschärfung der Gesetzeslage für Arbeitgeber - die massenhafte Anstellung in Schein-Werkverträgen muss gestoppt und Equal Pay gewährleistet werden.
➡ Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden! Es kann nicht sein, dass die Verantwortung an die Verbraucher abgegeben wird. Die Preisgestaltung der Produkte in den Regalen der Supermärkte muss so gehandhabt werden, dass niemand in der Produktionskette dafür den eigentlichen Preis zahlen muss!
Denn "Fair Trade" darf keine Ausnahme, sondern muss der selbstverständliche Regelfall sein.
➡ Und die behördliche Kontrolle muss mit deutlich höheren finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet werden um gegen gesetzliche Verstöße mit aller Härte vorgehen zu können. Denn bisher sind die Konsequenzen und Strafen so gering, dass die Industrie sie einfach als "Nebenkosten" in Kauf nimmt.

Für mich als tierschutzpolitische Sprecherin unserer Fraktion DIE LINKE. im Bundestag war zudem die Erkenntnis wichtig, dass das Wohl der Tiere in den Schlachtbetrieben unmittelbar mit den Arbeitsbedingungen vor Ort zusammenhängt! Menschen, die unter einer solchen Arbeitsbelastung stehen, die begehen verständlicherweise Fehler. Und unter diesen Fehlern leiden letztlich auch immer die Tiere.
Diese beiden, schwerwiegenden Probleme müssen zwingend zusammen gedacht werden und nur wenn wir für menschenwürdige Zustände in den Schlachtbetrieben sorgen, haben wir eine wirkliche Chance dem unnötigen Leid der Tiere ein Ende setzen zu können!

Ich bedanke mich bei Pfarrer Kossen herzlich für das tolle Gespräch und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit!


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